Eine neue Handballmacht in Mittelfranken: 3 Vereine bilden die HSG Fürther Land
30 Mai
Eine neue Handballmacht in Mittelfranken: 3 Vereine bilden die HSG Fürther Land
Die Vereine bilden zur kommenden Saison eine Spielgemeinschaft mit dem Namen HSG Fürther Land. Junioren sollen sich beim Wechsel in den Erwachsenenbereich nicht für einen Verein entscheiden müssen.
Es wurde viel diskutiert, debattiert und verhandelt in den vergangenen 18 Monaten. Nun aber steht fest: Der Landkreis Fürth bekommt einen neuen Handballverein. Wobei zugegeben, so richtig neu ist der Verein eigentlich gar nicht. Vielmehr findet nach eineinhalb Jahren nun endlich das zusammen was in den Augen vieler schon lange zusammengehört. Die HG Zirndorf, der TSV Altenberg und der HC Cadolzburg einigten sich auf eine Kooperation und werden bereits ab der kommenden Saison als Spielgemeinschaft unter neuem Namen an den Start gehen.
Die neugegründete HSG Fürther Land soll dann die neue starke Kraft im Landkreis werden. Dabei war lange nicht absehbar, ob und wann das Projekt überhaupt ins Leben gerufen werden kann - zeitweise standen die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern, wie sich der aktuelle Interimsverantwortliche Lukas Poxleitner erinnert.
Lukas Poxleitner ist Spieler bei der HG Zirndorf und Vorsitzender der JSG Fürther Land
„Vor allem finanzielle Hürden wie zum Beispiel die hohen Kosten für die Hallennutzung waren die Gründe. Weshalb die Neugründung so lange gedauert hat", so Poxleitner, der aktuell in der Männermannschaft der HG Zirndorf spielt und als Vorsitzender der Jugendspielgemeinschaft Fürther Land tiefe Einblicke in die drei Stammvereine bekommt.
Stichwort Jugend: Vor allem die erfolgreiche Arbeit im gemeinsamen Unterbau der drei Vereine sei der Grund gewesen, einen Zusammenschluss nun auch für den Erwachsenenbereich zu forcieren .Wir wollten verhindern, dass sich Spielerinnen und Spieler nach ihrer Jugendzeit für einen der drei Vereine entscheiden müssen und Mannschaften dadurch auseinandergerissen werden. Wir wollten der Jugend wieder eine bessere Perspektive aufzeigen", betont Poxleitner die Wichtigkeit des eigenen Nachwuchses, der ab sofort unter dem gleichen Namen wie der Seniorenbereich antreten wird.
MTV Stadeln und TSV Roßtal machen es vor, wie es geht
Genau dieser soll durch den Zusammenschluss wieder deutlich
gestärkt werden, nachdem in den vergangenen Jahren vor allem in Zirndorf und Altenberg
einige Mannschaften zurückgezogen wurden.
„ Vor ein paar Jahren gab es in Altenberg noch vier Vollmannschaften, in
Zirndorf sogar fünf. Zuletzt waren es nur noch ein beziehungsweise drei Teams.
Daran erkennt man, dass die Fusion absolut Sinn macht", schildert
Poxleitner die Hintergründe.
Zu konkreten Zielen für die anstehende Saison äußert sich der Mediziner noch nicht, zunächst müssten die neu zusammengewürfelten Teams als Einheit wachsen, genau wie die HSG als Gesamtkonstrukt. Dort stellt sich die Führung aktuell neu auf, im Juni stehen die Vorstandswahlen an. Eine ambitionierte Kampfansage lässt sich Poxleitner dann aber doch entlocken: "Wir wollen als eine neue Macht in Mittelfranken wahrgenommen werden und aufzeigen, was wir hier aufbauen können. So werden wir auch für Spielerinnen und Spieler als Verein attraktiv“, betont der aktive Rechtsaußen mit leicht neidvollem Blick auf die beiden Nachbarvereine MTV Stadeln und TSV Roßtal.
Zugpferd ist die erste Damenmannschaft in der Oberliga, die ehemalige HG Zirndorf
Vier Damen- und drei Herrenteams wurden für die Saison 2026/27 für den Spielbetrieb gemeldet. Als Zugpferd fungiert dabei die erste Damenmannschaft in der Oberliga, die im vergangenen April erst in der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga scheiterte. Auf Bezirksebene ist der Frauenbereich durch den Aufstieg des HC Cadolzburg bis zur Bezirksoberliga in allen Spielklassen vertreten. Durch den Abstieg der Altenberger Herrenmannschaft wird die HSG im kommenden Jahr mit einem Team in der Bezirksoberliga und zwei Mannschaften in der Bezirksklasse am Spielbetrieb der Männer teilnehmen. Sowohl bei der Mannschaftsstärke als auch bei den Trainerposten sieht Lukas Poxleitner die HSG Fürther Land gut aufgestellt, ein zentraler Posten ist jedoch noch unbesetzt.
Der oder die neue Verantwortliche des Oberliga-Teams der
Damen soll in Kürze vorgestellt werden, man sei in finalen Gesprächen. Trotz
der langen und zähen Verhandlungen wird der Zusammenschluss im Umfeld der drei Stammvereine
überwiegend positiv aufgenommen. Der erste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft
als Spielgemeinschaft ist also gemacht.
Fabian Könighaus - N.N. vom 29.05.2026




